Bundesregierung wischt alternative Trasse zur Entlastung des Mittelrheintals vom Tisch
Die Belastung durch Schienenlärm ist im Mittelrheintal unerträglich. Lebensumfeld und –qualität werden im sonst so beschaulichen Weltkulturerbe vom Bahnlärm regelrecht zerrüttet. Trotz Lärmsanierung bleibt es laut und auch mit Umrüstung der Güterwagen und dem lärmabhängigen Trassenpreise (LaTP) wird es bei dieser verkehrlichen Belastung zu laut bleiben. „Daher müssen wir uns auf die Suche nach alternativen Streckenführungen machen, um die Menschen an der hoch frequentierten Nord-Süd-Achse am Rhein zu entlasten“, so Gustav Herzog. Wir haben im rheinland-pfälzischen Landtag einen einstimmigen Beschluss, eine alternative Güterverkehrstrasse zum Mittelrheintal anzugehen. „Als SPD-Bundestagsfraktion haben wir diesen Antrag in den Bundestag gebracht und seit der ersten Lesung am 07.07.2011 wird er von der schwarz-gelben Koalition auf die lange Bank geschoben“, ärgert sich Gustav Herzog.
Doch es kommt schlimmer, denn auf Nachfrage des Abgeordneten setzt die Bundesregierung auf rein verkehrliche Lösungen, die sich wirtschaftlich darstellen lassen. Das ist gleichbedeutend mit „es wird nichts passieren“ und das Problem wird weiter ausgesessen. Lärmschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben und entgegen der Zusagen gegenüber den betroffenen Ländern setzt der Bund in der ausgeschriebenen Korridorstudie auf Schwerpunkte, deren Antworten wir längst kennen. „Ohne die langfristige Perspektive einer alternativen Trasse werden wir das Mittelrheintal entvölkern“, so ist sich der Verkehrsexperte sicher. Denn die Verkehre auf der europäischen Hauptverkehrsachse werden weiter zunehmen und die Menschen werden durch Lärm und Erschütterungen vertrieben.
Die Bundesregierung hält sich mit konkreten Zusagen zurück, die angekündigte Abschaffung des Schienenbonus ist verschoben, das ankündigte LaTP ist jetzt schon zu weich gespült, um Wirkung entfalten zu können und Grenzwerte zur Lärmsanierung werden nicht abgesenkt. Es bleibt bei Ankündigungen, zwei Jahre schwarz-gelb sind zwei verlorene Jahre für den Lärmschutz.
Bild: Blick auf die Burg Katz von der Rheinhöhe bei Patersberg aus, im Hintergrund der Loreleyfelsen. Nicht zu sehen ist der Bahnlärm, der sich in dem engen Tal mehrfach mit seinem eigenen Echo oder mit dem Lärm von der Bahnlinie der gegenüberliegenden Seite überlagert.














